Diese Events dürft ihr im September nicht verpassen

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Was fandet ihr geiler, Mond- oder Sonnenfinsternis? Und warum finden diese einzigartigen ultra-seltenen Naturphänomene gefühlt im zwei-Wochen-Rhythmus statt? Und, viel wichtiger noch, ist jetzt wirklich schon der Sommer vorbei? Der August hat mich mit Fragen zurückgelassen, die ich aufgrund des hohen Wasserverbrauchs nun nicht mehr in Chat GPT eintippe, sondern in diese Kolumne. Blöderweise kriege ich da keine Antworten. Das Problem nehme ich mit in den September. Und während Probleme für Christian Lindner (das war mal so ein Politiker, ist lange her) nur dornige Chancen sind, sind sie für mich vor allem Dinge, die man wunderbar prokrastinieren kann. Und welche Events dafür am besten sind, hab ich euch natürlich wieder zusammengeschrieben.

domicil Season Opening Special in Dortmund am 3.9.

Neulich beobachtete ich den Capo (Vorsänger) einer Ruhrgebiets-Fußballmannschaft dabei, wie er – den Ansatz eines Freudentränchens im Auge – in die Menge brüllte: „Der Sinn des Lebens ist wieder da“. An dieser allumfassenden Frage haben sich Generationen an Philosophen vor ihm die Zähne ausgebissen, während er sie ganz einfach mit dem Saisonstart einer doch eher unterklassigen Liga beantworten konnte. Chapeau! Ganz so euphorisch blickt man im Jazzclub domicil sicherlich nicht auf die eigene Saisoneröffnung, zum Opening hat man sich dennoch etwas Besonderes überlegt: Trompeter Arve Henriksen und Gitarrist Stian Westerhus aus Norwegen sind zu Gast. Alle Infos und Tickets findet ihr hier.

Labasheeda im Rabbit Hole Theater in Essen am 7.9

Die niederländische Musikszene hat doch tatsächlich mehr zu bieten als „Naar links da da da da da naar rechts“ von Snollebollekes und die Band Labasheeda würde es vermutlich als Affront verstehen, in einem Atemzug mit diesem Song genannt zu werden. Schließlich lobte die internationale Musikpresse angeblich ihr Album Blueprints als innovatives Meisterstück des Post-Punk. Dem möchte ich mich anschließen, sicherlich auch um STROBO so in die Kreise der mystischen viel zitierten internationalen Musikpresse zu katapultieren. Wenn ihr Lust auf Rock aus Amsterdam habt und sehen wollt, wie eine Geige im Post-Punk funktioniert, ist Labasheeda auf jeden Fall was für euch. Infos und Tickets gibt’s hier.

Wenn er nicht gerade packende Events für euch findet, blickt STROBO-Autor Jonas gerne nachdenklich in die Ferne. Foto: Lennart Neuhaus.

Hafendampf Graffiti-Festival in Essen-Kupferdreh vom 11.9. bis 13.9.

Eine Kunst, die ursprünglich mal ganz stark aus der Illegalität heraus erwachsen ist, mag gewisse Coolness-Einbußen hinnehmen müssen, sobald ein ihr gewidmetes Festival auf einer offiziellen städtischen Website beworben wird. Da wird ein Graffito doch eher zum Wandgemälde, die Szene zur urbanen Kunstform und selbst der letzte Kupferdreher Spießer mag sich doch einmal mit dieser hippen jungen Malerei auseinandersetzen, solange sie nicht sein Haus beschmiert. Dass Graffiti inzwischen eine derartige Anerkennung genießt, ist natürlich schon eine gute Sache. So kann – wie in diesem Jahr zum Beispiel – ganz öffentlich und zelebriert, die Hinsbecker Löh in Kupferdreh neugestaltet werden. Was außerdem noch auf euch wartet, das erfahrt ihr hier.

Hundert Pro Festival Vol.7 im Ringlokschuppen in Mülheim am 12.9.

Anarchistisches Puppentheater. Daran bin ich hängen geblieben und es hat sich in meinem Kopf festgesetzt, sodass es mir nun ausgesprochen schwerfällt, den Rest des Festivals vorzustellen. Ich habe übrigens keine Ahnung, was dahintersteckt, aber ein ausgesprochenes Faible für kreative Wortkombinationen und „anarchistisches Puppentheater“ ist eine der genialsten. Außerdem gibt es beim Hundert Pro Festival jede Menge andere Theater-, Tanz- und Performance-Veranstaltungen zu sehen. Alles steht unter dem Motto: „Öffnet die Augen. Lasst uns Träumen.“ Ein Slogan, dessen Anfang auch gut auf so einem Plakat für sicheres Fahren am Autobahnrand stehen könnte, wohingegen das Ende dort definitiv nicht hingehört. Vermutlich ist genau diese Dualität hier gewollt. Alle Infos und das komplette Programm findet ihr hier.

Laura Larsson „Balaton97“ im FZW in Dortmund am 13.9. und am 14.9.

Als Vorbereitung auf ihre große Arena-Comedytour kommt Laura Larsson ins vergleichbar kleine FZW. Also etwa so, wie wenn man auf der Fahrt in den Urlaub am Balaton noch einen kleinen Zwischenstopp im Hotel in irgendeinem Kaff macht, nur um dann trotzdem total gerädert um 4 Uhr morgens loszufahren, um den Stau zu umgehen. Vielleicht hinkt der Vergleich auch. Bei Laura Larsson bekommt ihr schließlich das gesamte Programm, nur in kleinerer Halle. Eigentlich ein guter Deal. Tickets und Infos gibt’s hier.

Schreibt an events@strobo.ruhr, um euer Event in die Kolumne zu bekommen.

Atmosphères x Tresor.West: A Cosmic Dream in Dortmund am 17.9.

Wie sagt man so schön: Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Cosmic Dream. Dieser uneheliche Bruder eines Fiebertraums ist eine Mischung aus Live-Performances, Tanz und DJ-Sets, passend zum Ort logischerweise alles in der Techno-Szene verortet. Für volle Authentizität kommen die Live-Acts sogar aus Berlin (wow!). Den Rest müsst ihr selbst erleben, alle Infos und Tickets gibt’s hier.

Essener Video Rodeo im Astra Filmtheater am 20.9.

Wolltet ihr schon immer mal auf einem überdimensionalen Videorecorder sitzend durch die Gegend geschleudert werden, bis ihr euch nicht mehr halten könnt? Ich auch nicht. Zum Glück ist der Begriff Video Rodeo auch nicht ganz wörtlich zu verstehen. Vielmehr könnt ihr den ganzen Nachmittag lang Kurzfilme aus dem Ruhrgebiet schauen. Welche das sind und was ihr sonst noch wissen müsst, erfahrt ihr hier.

jolle im FZW in Dortmund am 22.9.

jolle geht auf „ballons halten tour“ (und hat offensichtlich ein Faible für Kleinschreibung). Es sind jetzt zwar nicht ganz 99 Luftballons, aber dafür sind sie Pink (zumindest auf dem Plakat) und sie leugnet Corona nicht. Und Musik machen kann sie obendrauf auch. Die ist meist sanft indie-poppig mit gefühligen deutschen Texten. Alle Infos und Tickets zum Konzert gibt’s hier.

Extra Tipp von Jonas: einen Tisch auf jedes Event mitnehmen. Er dient nicht nur zum Speisen, sondern auch zur besseren Aussicht und – im Zweifel – als Schlafplatz.

Schrotthagen Open Air im Junkyard in Dortmund am 26.9.

Es braucht entweder sehr viel Vertrauen in den Klimawandel, gut gelegte Tarot-Karten oder eine leicht-masochistische Ader, die bei 13 Grad im Regen Tanzen problemlos als romantische Angelegenheit verklären kann, um so spät im September noch ein Open-Air abzuhalten – zumal das Junkyard eigentlich am 12.9. schon ein Open-Air Closing feiert. Aber so ist es nun mal, die Kalender der großen Artists sind voll, man nimmt, was man kriegen kann und versammelt zur Not die ganze Belegschaft zum Sonnentanz vor der Bühne. Für Schrotthagen ist es das wohl wert. Alle Infos und Tickets gibts hier.

World Press Photo 2026 Ausstellung im Depot in Dortmund vom 26.9. bis zum 25.10.

Ein weiteres Jahr zieht ins Land, in dem wir es verpasst haben, die wunderschönen Portraits von mir, die diese Kolumne monatlich zieren, bei den World Press Photos einzureichen. Ich gebe zu, möglicherweise wäre das etwas vermessen, zeigen die anderen doch deutlich relevantere gesellschaftliche Themen und bieten schockierende, emotionale oder aufschlussreiche Einblicke. Genau dafür werden die besten Pressefotos jährlich ausgezeichnet und im Anschluss rund um die Welt ausgestellt. Alle Infos zum Besuch im Depot findet ihr hier.

Listening Session zum Release des Debütalbums von „Juno and their Future sounds of Nowhere“ in der BASTION in Bochum am 29.9. und 30.9.

Die Bochumer Künstlerin Juno feiert ihren Album Release an gleich zwei Tagen in Folge – dafür jeweils in ganz intimer Atmosphäre. Die Listening Session findet im kleinsten Kino Bochums statt, welches über sage und schreibe 16 Plätze verfügt. Ich sag mal so, ich habe auch einen Fernseher zuhause und kriege 16 Leute rein, macht das meine Wohnung zum Kino? Zugegebenermaßen, was ich nicht habe, die BASTION aber schon, ist ein Tonbandgerät, über welches das Album dann angehört wird. Klingt auf jeden Fall nach einer recht einzigartigen Erfahrung, für die man sich ob der geringen Auslastungsmöglichkeiten vorab anmelden muss. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Es bleibt abzuwarten, ob der letzte einstellige Monat des Jahres uns nochmal ein spätsommerliches Aufblühen gönnt oder nun vollends den Herbst einläutet. Weise Leute (auf englisch Wise Guys) haben ja mal gesagt: Sommer ist, was in deinem Kopf passiert. Ein viraler Life-Hack aus prä-Tik-Tok-Zeiten. Das Motto würde ich jedenfalls mal mindestens noch diesen Monat durchziehen. Habt einen schönen September. 

Bock auf mehr STROBO? Lest hier: Greta Perola als Channel für Musik und Dancefloor

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