Musik, Kultur, Kunst – 7 Highlights auf der Manifesta 16 Ruhr

Die Temperaturen steigen, eure Stimmung hoffentlich auch, denn: Am 21. Juni startet die Manifesta. Sie wandert alle zwei Jahre durch Europa und landet dieses Jahr hier im Pott! Ganze 15 Wochen kostenlose Kunst und Kultur in eurer Nähe. Diese Highlights solltet ihr dabei nicht verpassen.

Lesedauer: 4 Minuten

Kirchen – Wer dabei gerade an lange Gottesdienste oder Städtetrip-Fotos denkt, der liegt falsch. In dieser Ausgabe der Manifesta füllen sich leerstehende Kirchengebäude im Ruhrgebiet mit gemeinsamen Lachen, vielfältigen Events und ganz viel Staunen. Warum die Manifesta gerade in entweihten Kirchen veranstaltet wird, könnt ihr in der Folge 16 „This is not a Church, so geht Kultur in besonderen Orten – mit der Manifesta“ vom STROBO-Podcast „Zwischen Gellek & Duisi“ hören.

Eröffnungsfeier am 20. Juni in der UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen

„Not a church“, mit diesem Motto beginnt der erneute Auftakt der Manifesta. Alle zwei Jahren organisieren internationale und regionale Kunstschaffende dieses Spektakel. Dieses Jahr um die Geschichte vergessener Kirchen aufleben zu lassen und neue Erinnerungen zu schaffen. Am ersten Abend wird dabei direkt mit Musik und Tanz reingehauen, nach der Eröffnungsrede könnt ihr zu den DJ-Sets von ODA Haliti und Kessler abdancen oder durch den Ruhrkohle-Chor eure neue Liebe zu Chorgesängen entdecken. Foodtrucks und Bars stehen ebenfalls bereit, von 18 Uhr bis 23 Uhr erwartet euch ein Abend voller Musik und guter Gespräche. Das ganze Programm könnt ihr hier entdecken.

Open Walks – Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen

Schaut ihr beim Laufen aufs Handy, sodass ihr außer den Bahnlinien eigentlich gar keinen Plan von der Innenstadt habt? Oder wollt ihr einfach nicht awkward allein in der Ecke stehen? Kein Problem, denn für alle eure Ängste ist gesorgt. Die gesamte Manifesta-Dauer finden beinahe täglich „Open Walks“ statt, bei denen ihr in einer Gruppe von maximal 16 Personen gemeinsam die verschiedenen Eventlocations besucht. Sucht euch hier eure Lieblingsstadt aus und dann heißt es nur noch: bequemes Schuhwerk an und gute Gespräche ins Gepäck!

Eine der Venues dieses Jahr ist die Gethsemane-Kirche in Bochum. Foto: Daniel Sadrowski.

Deine Stimme zählt – Installation „Elevation“ in der St. Gertrud Kirche in Essen

Falls ihr eher Couch-Potatoes seid, dann ist das Projekt von Künstler Nasan Tur genau das Richtige. Auf dieser Seite sammelt er gerade anonyme Online-Antworten zu den aktuellen Hoffnungen, Sorgen, Ideen und Wünschen der Menschen im Ruhrgebiet. Diese schnitzt er in Kirchenbänke ein und wird somit einen Raum aus Gedanken erschaffen. Wenn ihr eure Einreichung live bestaunen wollt, könnt ihr vom 21. Juni bis 4. Oktober in der St. Gertrud Kirche in Essen die Kirchenbänke abklappern.

Spotlights – Perspektiven sichtbar machen in der Christ-König-Kirche in Bochum

Wenn stilles Lesen nicht so euer Ding ist, dann werft unbedingt einen Blick auf die Spotlights. Im Mittelpunkt dieses Programms stehen die Erfahrungen von Menschen, die Rassismus und Sexismus erleben. Am 26. Juni könnt ihr von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr der Lesung mit Dinçer Güçyeter lauschen. Er ist Gründer des Elif Verlags und Autor, unter anderem auch von Lyrik. Ebenfalls bietet Judith Baumgärtner eine Lesung an, sie ist Autorin, Zinekünstlerin und Kunsttherapeutin. Von ihrer Empowerment-Arbeit berichtet sie am 14. August von 19 Uhr bis 21 Uhr. Hat euch das Lese-Fieber gepackt? Dann behaltet hier die upcoming Infos im Blick.

Spotlights – Schreibworkshop im Bahnhof Langendeer in Bochum

Wer sich nach diesen Geschichten nicht mehr mit Lesen zufriedengeben kann und selbst zum Stift greifen möchte, dem kommen die Schreibworkshops von Oril Yomi gerade gelegen. Diese richten sich an BIPoC-Personen und (Post-)Migrant*innen. Die Poetin und Autorin bringt euch am 27. Juni von 11 Uhr bis 15 Uhr das Thema Schreiben näher, unter anderem in Blackout-Poetry, Zinsen und Briefen. Keine Sorge, falls der Termin in eurem Kalender untergegangen ist. Am 18. Juli und 15. August habt ihr zu der gleichen Zeit noch einmal eine Chance. Solange ihr eure Anmeldung nicht vergesst!

Stadion der Träume – Female* Spaces unterstützt durch „Schalke hilft!“

Dieses Projekt richtet sich an Mädchen* und junge Frauen*, die eine Kirche in eine Kunsthalle verwandeln möchten. Themen wie Sicherheit, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit werden gemeinsam besprochen und künstlerisch verarbeitet. Am Ende entsteht dadurch eine Installation mit Musik, Design und Performances. Nach der Anmeldung werden alle am 17. August zusammengetrommelt und in Teams aufgeteilt. In den darauffolgenden Tagen wird von 11 Uhr bis 18 Uhr gebrainstormt und erschaffen. Vom 24. Bis 30. August könnt ihr dann euer Ergebnis in einer Ausstellung zelebrieren.

Manifesta 16 + Programm – Kultur in Kirchengebäuden

Was sich erst einmal wie eine FSK-Empfehlung eines Filmes anhört, verbirgt die besten 16 Projekte von regionalen Kunstschaffenden und Initiativen. Nach einem Open Call im letzten Jahr wurden die Gewinner*innen gewählt und präsentieren euch von Dortmund bis Duisburg Programmpunkte, die nicht vielseitiger sein könnten. Bei „Catch the Light – Build Bridges“ erwartet euch in der Christuskirche in Herne ein Tanztheater des Pottporus Young Ensemble. Im Gemeindezentrum Fulerum in Essen könnt ihr euch auf drei Kochabende innerhalb des Projekts „SACRED KITCHEN“ freuen. Und wer den Abend entspannt ausklingen lassen möchte, kann bei „This is not a Bar“ im Sozial Ökologisches Zentrum in Dortmund noch die Kneipe im Stil des „Gelsenkirchener Barock“ besuchen.

Wer noch nicht genug hat, findet hier alle anderen Ausstellungen. Definitiv ein Kirchenbesuch, den ihr so schnell nicht vergessen werdet!

Bock auf mehr STROBO? Lest hier: „Ich knall mein Leben lang durchs Ruhrgebiet“ – Eine Radtour durch den Pott mit mischalala

Mein Bild