Der Februar ist in diesem Jahr übrigens erneut der kürzeste Monat des Jahres. Was für eine Serie, was für eine Konstanz! Und wie jedes Jahr ist er auch der Monat, in dem ihr das letzte Bereuen ablegt, eure Neujahrsvorsätze wieder nicht umgesetzt zu haben. Es lohnt sich ja nun auch gar nicht mehr anzufangen. Das Jahr ist schließlich fast schon wieder rum. Auf der anderen Seite freuen sich die regelmäßigen Fitnessstudiobesucher, dass die Tagestouristen verschwunden sind und endlich wieder Platz ist. Februar ist der Monat, in dem sich langsam alles wieder einpendelt, die Normalität kehrt zurück. Ganz in Ruhe, ganz besonnen könnt ihr euch wieder rauswagen in diese Welt, zu den vielen tollen Kultur-Events um euch herum.
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Jonas (Hildebrandt) kommt ursprünglich aus Essen, wirkt mittlerweile in Dortmund. Lebt nach den Kategorien lustig / nicht lustig und würde letzteres gerne aus der Welt verbannen. War mal länger in Toulouse, vor allem für das kosmopolitische Lebensgefühl. Und ist für die monatlichen Eventtipps von STROBO verantwortlich.
Resistance #2: Nächste Generation im Café Central in Essen am 3.2.
Was bedeutet Widerstand für die GenZ? Fragt man Boomer, dürfte die Antwort aus einem wutschnaubenden, mit vielen Schimpfwörtern umgarnten „sich auf dem Boden festkleben und den Straßenverkehr (welcher für sie wohl zu einem der drei höchsten Güter der Moderne zählt) blockieren!!“ bestehen. Man fragt sie aber nicht (auch wenn das nicht bedeutet, dass sie nicht trotzdem antworten). Man fragt die GenZ, genauer gesagt: Vertreter:innen von Fridays for Future, der CORRECTIV-Jugendredaktion Salon5 und essendiese. Neben dem Gespräch gibt es auch noch einen Spoken-Word-Beitrag und Musik von jolly_wav und dem Müdeaugen Kollektiv. Alle Infos und Tickets gibt’s hier.
Snowdance Independent Film Festival in Essen vom 4.2. bis zum 8.2.
Snowdance, also Schneetanzen, ist natürlich ein schwieriges Thema in Zeiten von Blitzeis und Schneechaos, es ist wie mit den Steinen in Schneebällen, vor denen euer Vertrauenslehrer immer gewarnt hat: Klingt schön, hat mit Schnee zu tun, kann aber auch richtig weh tun. Weitere Überschneidungen von Schnee und Tanzen findet man darüber hinaus auch in diversen Techno-Club-Toiletten der Region. Das führt aber zu weit. Das Snowdance Indepedent Film Festival ist im Gegensatz zu den anderen Beispielen gesundheitlich eher unbedenklich (aber auch am Popcorn kann man sich verschlucken!). Was soll man noch mehr sagen? Es ist ein Filmfestival, ihr könnt viele tolle Independent Filme sehen, von Spielfilmen über Kurzfilme bis zu Dokumentationen. Das gesamte Programm findet ihr hier.

Reihe „Aufbruch im Iran“ am Theater an der Ruhr in Mülheim vom 6.2. bis zum 8.2.
Das Theater an der Ruhr setzt seine Reihe „Aufbruch im Iran“ an einem Zeitpunkt fort, an dem es traurigerweise wichtiger denn je scheint, auf die Situation im Iran aufmerksam zu machen. Dazu zeigt es zweimal das Stück „Destination: Origin“, welches in Koproduktion mit dem Regisseur Mohammad Rasoulof entstanden ist. Sein Film „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ wird außerdem am Sonntag zum Abschluss gezeigt. Alle Infos gibt es hier. (Entschuldigt die Witzlosigkeit dieses Tipps, selbst mir erschien das in diesem Fall als geschmacklos.)
Abdul Kader Chahin „ACHTE JETZT!“ Tourfinale in der Rheinhausen-Halle in Duisburg am 7.2.
Ein Heimspiel und gleichzeitig ein Finale: Was der MSV höchstens im Niederrheinpokal schafft, macht der Duisburger Comedian Abdul Kader Chahin sich selbst möglich. Er beendet seine Tour in seiner Heimatstadt und zeichnet die Show auch noch auf. Also nicht mit Stift und Papier, er muss ja auf der Bühne stehen. Aber ihr werdet gefilmt, also zieht euch was Schickes an und lacht besonders herzhaft. Alle Infos und Tickets gibt’s hier.
PA69 in der Turbinenhalle Oberhausen am 8.2.
Dieses Konzert ist ungefähr wie XXXLutz, nur mit weniger Möbeln und mehr Moshpits und auch eigentlich ganz anders. Aber es ist Teil der „PA69 XXL“ Tour, bewegt sich also in einer ähnlichen Größenordnung. Erwarten werden euch dort jedenfalls drei pink maskierte Rapper, ordentlich Energie und ordentlich Schweiß von euren Mitmenschen. Tickets dafür bekommt ihr hier.
Dortmund Goes Black Festival am Theater Dortmund vom 12.2. bis zum 15.2.
Vier Tage lang feiert das Schauspiel Dortmund (fehlt euch hier irgendwie auch ein Haus dazwischen?) die Schwarze Community und ihre Kunst. Es gibt Workshops, Partys, Ausstellung und natürlich Theaterstücke unter dem Motto: you, yourself, are the sun (was auch immer die englische Boulevardzeitung damit zu tun hat). Das gesamte Programm und alle Infos findet ihr hier.

Hinterlandgang im FZW in Dortmund am 14.2.
Die Hinterlandgang ist eher ein Hinterlandduo, besteht sie doch nur aus zwei Musikern. Und die beiden haben sich für ihre Tour die weltliche Übersetzung des biblischen „Fürchtet euch nicht!“ zum Motto gesetzt: Keine Angst. Ihr braucht aber vor dem Konzert nicht nur keine Angst zu haben, ihr dürft sogar Vorfreude verspüren. Die Hinterlandgang hat erst Anfang diesen Jahres ihr neues Album veröffentlicht. Das bewegt sich irgendwo zwischen Hip Hop, Punk und Electro und glänzt vor allem mit starken Texten aus dem ostdeutschen Hinterland (das passt zufälligerweise total gut zum Namen). Infos und Tickets gibt es hier.
JOE Festival Essen in der Zeche Carl vom 19.2. bis zum 21.2.
Wer ist Joe, fragt man sich hier berechtigterweise. Ist es Joe Biden? Joe Keery? Vielleicht beide? Wäre bestimmt auch eine spannende Veranstaltung, ist aber sehr weit von der Realität entfernt. JOE steht für Jazz Offensive Essen (fragt nicht nach der Defensive) und dementsprechend veranstalten sie auch ein Jazz-Festival. Wenn ihr dabei sein wollt, dann holt euch doch hier Tickets.
„Band of the Week“-Newcomer Konzert meets Filmproduktion im Bollwerk 107 in Moers am 20.2.
Es gibt sie doch noch, die Projekte, die junge Kultur fördern. Eins davon ist „Band of the Week”. Klingt zwar wie die Auszeichnung zum Mitarbeiter des Monats, die meist nicht mehr mit sich bringt als einen festen Händedruck und – wenn es hoch kommt – ein an den Kühlschrank gepinntes Bild, ist aber tatsächlich ein durchdachtes Konzept. Junge Musiker:innen und Regiestudierende kommen zusammen, um ein Musikvideo zu schaffen. Gefeiert wird das dann mit einem Auftritt, wie zum Beispiel dem von Singer-Songwriterin Mare Amadou und der Indie-Band Favourite Sidewalk Couch im Bollwerk. Alle Infos und Tickets für das Konzert findet ihr hier.

Rosmarin im Gdanska in Oberhausen am 21.2.
Rosmarin hat alles, was eine Indie-Boy-Band braucht: eine ordentliche Schnauzer-Quote, den leicht performative male angehauchten Style und einen Sound, der sich jetzt nicht auf den ersten Blick von anderen Vertretern ihrer Spezies unterscheiden lässt. Das ist gar nicht negativ gemeint, auch das namensgebende Gewürz ist schließlich nicht das Spektakulärste oder Außergewöhnlichste auf der Welt und trotzdem kann Rosmarin einem den Tag verschönern – sowohl geschmacklich als auch musikalisch. Tickets bekommt ihr hier.
Dortmunder TextTage vom 28.2. bis zum 1.3.
In einem Schaltjahr wäre diese Veranstaltung noch komplett im Februar, so ist sie es immerhin halb. Aber ich mache auch halbe Sachen. Bei den Dortmunder TextTagen geht’s um Texte in jeglicher Form, es gibt Lesungen von Romanen, Essays und Lyrikbänden. Eigentlich ist die einzige nicht vertretene Textform der Teletext. Alle Infos gibt es hier.
Treue Leser:innen dürften es wissen: Die erste Kolumne aus meiner Feder kam vor genau einem Jahr, im Februar 2025. Das heißt einerseits, dass ich Jubiläum feiern kann, andererseits aber auch, dass ich jetzt alle offensichtlichen (Wort-)Witze zu den Monaten durch habe. Nun ja, so ist sie, die Dualität des Lebens. Denkt mal drüber nach. Und habt einen schönen Februar.
Bock auf mehr STROBO? Lest hier: Langen, wer biste eigentlich? Ryko im Porträt

