„Wir möchten nicht, dass Drahtseilakt nur eine Momentaufnahme wird” : Bottroper Band bringt ihre Debütsingle raus

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Obwohl sich Marc und Jonas aus Bottrop erst ein halbes Jahr kennen, steht für die beiden als Drahtseilakt schon ihre erste Single vor der Tür. STROBO hat die Musiker in ihrem Studio besucht und spricht mit der jungen Band über ihre ambitionierten Pläne.

Nass und kalt ist es in Kirchhellen an diesem Dienstagabend. Typischer Januar. Aber versteckt hinter einem Hof in Bottrop-Kirchhellen steht im Dunkeln ein Studio. Marc Schwitzgäbel, 21 Jahre alt, und Jonas Woettki, 23 Jahre alt, haben sich hier ihre musikalische Zentrale eingerichtet. Zur Musik sind sie beide über ihre Väter gekommen. „Mein Vater hat mir seinen Musikgeschmack komplett vererbt“, erinnert sich Marc. Die Musik der 80er-Jahre prägte ihn. 

Die Geschichte von Drahtseilakt begann, typisch Ruhrpott, in einer Kneipe. Obwohl in Bottrop eigentlich jede:r jede:n kennt, wie Jonas meint, haben sich die Wege der beiden vorher noch nie gekreuzt. Doch die Chemie stimmte. Knapp eine Woche später haben sie im Proberaum schon Musik gemacht. Beide singen und spielen Gitarre, Marc spielt außerdem Klavier.  Dass sie ihre eigene Musik schreiben wollen, war beiden schnell bewusst:  „Wir haben uns früh das Ziel gesetzt, viel selbst zu schreiben. Wir wollten so schnell wie möglich weg von Coverliedern und eigene Musik machen”, erzählt Jonas.

Bottroper Band Drahtseilakt möchte mehr Live-Erfahrung sammeln

Noch bevor der Bandname überhaupt feststand, gaben die beiden Bottroper Jungs schon die ersten öffentlichen Kostproben. „Es waren keine drei Wochen, die wir uns kannten, als mich der Kumpel von meinem Vater zu einem Gartenkonzert in Gladbeck einlud“, erzählt Jonas. „Die Stimmung war mega“, erinnert sich Marc lächelnd. Beide waren gespannt auf die Reaktionen des Publikums. Auch wenn sie drei Wochen nach ihrem Zusammentreffen erst nur einige Cover und zwei erste selbstgebastelte Songs, „einfache Wohnzimmergeschichten“, wie Jonas sie mit einem Augenzwinkern nennt, spielen konnten. Das positive Feedback der Zuschauer:innen nach ihrem ersten Konzert hat die zwei Musiker motiviert, weiterzumachen. 

Die Band live sehen

Drahtseilakt spielt ein Sofakonzert am 12.02 im Joe e.V. in Oer-Erkenschwick und ein Open Air Konzert am 25.05 im Hot Bike in Bottrop.

Ihr Bandname Drahtseilakt stammt aus einem ihrer eigenen Songs, in dem sie das Wort benutzt haben. „Das fanden wir einfach passend“, erklärt Marc. Eine Definition des Wortes beschreibt einen „Drahtseilakt“ als Balance zwischen zwei Gegensätzen. Jonas findet das passend: Wir unterscheiden uns schon sehr voneinander, verstehen uns deshalb vielleicht aber auch so gut.“ Mit neuem Namen und neuen Liedern wollten die beiden Newcomer wieder auftreten. Doch Corona macht den beiden ein Strich durch die Rechnung. Konzerte wurden ausnahmslos abgesagt. Dabei wollen beide viel mehr Live-Erlebnisse sammeln. Jonas ist sich sicher: „Wir wollen so oft wie möglich auftreten, unsere Musik zeigen und Feedback sammeln. Das fehlt uns leider momentan.“  

„Kopf aus, Musik an“: Debütsingle von Drahtseilakt veröffentlicht 

Unterkriegen lassen sich die Musiker aber nicht. Nun hat die Band ihre erste eigene Single „Kopf aus, Musik an“ veröffentlicht. „Das kennt wahrscheinlich jeder von uns, wenn es einem super oder auch schlecht geht, einfach seine Lieblingslieder aufs Ohr hauen, um abzuschalten“, erklärt Jonas den Titel der Single. 

Inspiration bekommen beide aus ihrem Alltag. Zwischen Notenständern, Mikrofonen und Gitarren bringen Drahtseilakt hier in ihrem Proberaum ihre Gedanken durch Songs zum Ausdruck. Musik ist für sie ein Ventil, die Gitarre in die Hand nehmen und den Rest vergessen. Dass die Musik für Jonas und Marc mehr als ein Hobby ist, ist sofort bemerkbar. Für eine Kostprobe schnappen sich die Musiker ihre Gitarren, stellen sich vor die Mikrofone und legen los. Das Studio mit gedimmten Licht, die Wände voll mit Fotos und Plakaten und umgeben von Gitarren und Musikboxen, verwandelt sich in ein Auto, in Nächte auf der Straße, mit heruntergefahrenem Fenster und Lautstärkeregler auf Anschlag. Ihre Musik lässt nostalgisch werden. 

Was haben sich die Musiker für 2022 vorgenommen? Mehr Proben, sagen sie. Auf ein Genre wollen sie sich noch nicht festlegen, ihre erste Single ist aber im Pop einzuordnen. Ihre Songs schreiben sie auf Englisch und Deutsch. „Wir wollen uns erstmal Zeit nehmen, unseren Stil finden und das machen, worauf wir Bock haben“, sagt Marc. Jonas stimmt ihm zu: „Wir haben in den wenigen Monaten, die wir uns jetzt kennen, erkannt, dass wir uns sehr gut verstehen. Wir möchten beide nicht, dass Drahtseilakt nur eine Momentaufnahme wird. Selbst wenn kommende Auftritte ausfallen, nutzen wir die Zeit, um zu proben und uns besser kennenzulernen.“ 

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