Progressive Metaler Confusing Paradise: Vom Ruhrgebiet in internationale Playlists

Die Progressive Metaler Confusing Paradise haben es vom Ruhrgebiet in vielgehörte Spotify-Playlists geschafft und werden seit dem Release ihres Debütalbums „Qualia“ im Juli 2021 weltweit gehört. Ein Gespräch mit Gitarrist Lukas Kappmeyer über das Debüt und Hörer:innen aus aller Welt.

Heutzutage sind Spotify-Playlists für Musiker:innen so wichtig wie früher die „Bravo Hits“: Die „Modus Mio“-Playlist etwa ist schon seit einigen Jahren der Maßstab für den HipHop-Mainstream Deutschlands. Natürlich hat Spotify mittlerweile für alle Musikrichtungen und Trends eine Playlist: egal ob Rock Classics, Hyperpop oder Progressive Metal. In der letztgenannten befindet sich seit einigen Monaten auch eine eher unbekannte Band: Confusing Paradise. Zwischen Größen wie Dream Theater, Mastodon oder Tool von über 250.000 Menschen gehört zu werden, das gelingt nicht vielen Bands.

Darauf angesprochen sagt Confusing Paradise-Gitarrist und Bassist Lukas Kappmeyer: „Dadurch, dass wir auf Playlists wie „Progressive Metal“ und „Got Djent?“ sind, werden wir sehr viel im Ausland gehört. Die meisten Hörer:innen haben wir in den USA, Kanada, Brasilien, UK, Russland und Australien. So melden sich etwa auch Menschen aus Brasilien und der Türkei und schreiben: „Hab schon lange nicht mehr sowas krasses gehört.“

STROBO:Inside – Confusing Paradise

Confusing Paradise sind Lukas Kappmeyer (Gitarre, Bass), Maik Althoff (Gitarre) und Jens Thommek (Gesang). Die Band gibt es eigentlich schon seit 2011, den jetzigen Sound haben sie seit 2018, seit 2019 auch mit Jens. Ihr Debüt „Qualia“ erschien im Juli dieses Jahrs und war auch unser STROBO-Album des Monats. Das von Buster Odeholm produzierte Album überzeugt sowohl mit ruhigen Momenten als auch mit dynamischer Wucht. Aktuell sucht die Band nach einer Person für die Drums und einer Person für den Bass.

Ein Grund für die starke Internetpräsenz der Band liegt für Lukas auch auf der Hand: „Das Ruhrgebiet hat leider keine besonders starke Progressive Metal-Szene, eher Black Metal und Doom. Daher musst du dich etwas international aufstellen, wenn du Hörer:innen bekommen willst.“ Trotzdem fühlt sich die Band im Ruhrgebiet wohl und ist über mehrere Städte verteilt: Sänger Jens Thommek wohnt und arbeitet in Duisburg, Gitarrist Maik Althoff in Schwerte und Lukas Kappmeyer in Dortmund. „Wir sind hier echt gerne unterwegs, der Lifestyle gefällt uns und die Leute sind korrekt. Wir sind auch von der Kulinarik im Ruhrgebiet angetan, die Döner schmecken hier eigentlich überall,“ sagt Lukas und lacht.

Confusing Paradise-Gitarrist Lukas Kappmeyer über Sänger Jens Thommek: „Joo, der isses!“

Das im Juli erschienene Debütalbum „Qualia” hatte eine etwas längere Vorlaufzeit. Mit den Aufnahmen hatte die Band bereits 2018 begonnen. Dass Jens Thommek seit einiger Zeit Mitglied der Band ist und die Vocals dazu beigesteuert hat, war für Lukas ein richtiger Glücksgriff: „Wir haben damals eine Facebook-Annonce geschaltet und Jens hatte sich auch am gleichen Tag deswegen gemeldet. An dem Tag hat er auch einen Vocal-Part zu „Skylla” aufgenommen.“ Die Aufnahme war sogar so beeindruckend, dass sie im Endeffekt auch auf der finalen Platte gelandet ist. „Da dachte ich mir nur: „Joo, der isses!“” sagt Lukas rückblickend über das Bewerbungstape des Sängers.

Das Album ist stilistisch in erster Linie Progressive Metal mit stark hörbaren Elementen von Djent, aber auch Black und Death Metal sind rauszuhören. „Das ist eigentlich alles sehr vielseitig. Wir haben als Band jetzt nicht das eine Genre“, sagt Lukas. Dementsprechend vielseitig sind auch die Einflüsse: Während Thommek sich bei den Vocals etwa von Monuments oder Beartooth beeinflussen hat, sind für die Instrumentals In Flames und Korn, aber auch Tesseract, After The Burial und Enslaved, wichtige Einflüsse. So kommt es, dass bei Confusing Paradise melodischer Gesang mit tighten Riffs und dynamischen Gitarren gepaart wird.

Der Traum von einer Amerika-Tour

Die Band befindet sich gerade in einer starken Umbruchphase, die Musiker sind auf der Suche nach neuen Mitgliedern für die Drums und den Bass. Confusing Paradise hat aber nach dem Release von „Qualia” noch lange nicht genug: Die Nachfolgeplatte ist bereits in der Planung. „Wir haben schon einige neue Songs geschrieben und sind gerade dabei weitere Instrumentals und Vocals zu planen“, sagt Kappmeyer und ergänzt: „Wir sind gerade voll im Songwritingmodus.“ Durch die Covid-Pandemie war es der Band vorher nur Anfang 2020 einmal so richtig möglich mit Thommek als Sänger aufzutreten, dementsprechend sind in den nächsten Monaten einige Gigs geplant, denn es ist ein Ziel der Band in den nächsten Jahren noch mehr Shows zu spielen, „auch große Shows. Ein großer Traum wäre natürlich eine Amerika-Tour.“ Genug Hörer:innen haben Confusing Paradise dort ja schon.
Kultur im Ruhrgebiet

Bock auf mehr STROBO? Lest hier Indie-Pool Concerts in Witten bringen Newcomer und Indie-Größen zusammen.

STROBO unterstützen!

Mit unserer Arbeit wollen wir der jungen Szene im Ruhrgebiet eine Stimme geben. Die Motivation haben wir, allerdings benötigen wir eure finanzielle Unterstützung. Sollte euch unsere Arbeit gefallen, bucht Steady euch monatlich einen kleinen Betrag ab, der uns dann zugutekommt. Bezahlen könnt ihr per Paypal, Kreditkarte oder Bankeinzug. Ihr könnt das Abo jederzeit kündigen. Vielen Dank!

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Keine weiteren Beiträge
Mein Bild