Open-Air Konzerte am Schloss Oberhausen: Indie Radar Ruhr startet in den Konzertsommer 2021

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Die Veranstaltungsgruppe Indie Radar Ruhr möchte innovative Sounds ins Ruhrgebiet bringen und startet mit einer Open-Air-Konzertreihe am Schloss Oberhausen in den Konzertsommer 2021. STROBO war vor Ort und hat sich eine der ersten Shows angesehen. 

Es ist Mittwochabend. Die Sonne steht hoch und scheint in den Innenhof des Schloss‘ Oberhausen. Rund 300 Stühle stehen im Schloss-Innenhof – symmetrisch angeordnet warten sie auf die heutigen Gäste der Konzertsaison 2021.

Währenddessen bildet sich vor dem Eingang eine lange Schlange junger Menschen entlang des Schlosses. Sie warten auf den Einlass zum Konzert der Indie-Pop-Band Jeremias. Die Band tourt zurzeit mit ihrem ersten Album golden hour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Tschechien. 

Indie Radar Ruhr: Veranstaltungsgruppe holt Indie-Musik ins Ruhrgebiet

Maximilian Janetzki von Indie Radar Ruhr. Foto: Simon Gerlinger.

Vor rund einem Jahr hat Maximilian Janetzki Indie Radar Ruhr gegründet. Sein Ziel: Indie-Musik nach Oberhausen und somit ins Ruhrgebiet zu bringen. Auf Tourplänen stünden immer große Städte wie Berlin, Hamburg oder Köln – das Ruhrgebiet habe er oft vergebens gesucht. „Aber auch hier hören die Leute auf Parties Indie-Musik“, stellt Maximilian Janetzki fest. Es werde also Zeit, dass die auch ins Ruhrgebiet käme. Richtig starten konnte er damit aber erst in diesem Jahr – aufgrund von Corona. Um jungen Musiker:innen trotzdem eine Bühne zu bieten hat Indie Radar Ruhr während des Lockdowns 2020 die Video-Sessions „Durch die Pandemie“ produziert. Den Start der Live-Konzerte in diesem Sommer hatten am zwölften Juni Drens und Love Machine hingelegt.

Die ersten Plätze füllen sich. Der Einlass hat begonnen. Bevor die Fans aber ihre Tickets vorzeigen und auf das Veranstaltungsgelände dürfen, müssen sie eines der „drei Gs“ nachweisen (getestet, genesen oder geimpft). Nur fünf Tage später ist das nicht mehr notwendig. Flexibilität ist für die junge Veranstaltungsgruppe wichtig: Die Auflagen ändern sich immer wieder. Ursprünglich war das Konzert für rund 200 Menschen zugelassen, bis zwei Tage vor Konzertbeginn das Kartenkontingent auf 300 erhöht werden konnte. Trotzdem verdiene Indie Radar Ruhr „heute keinen Cent“, erzählt Maximilian Janetzki. Dazu bräuchte es eine Konzertauslastung von rund 800 Menschen.

Konzert am Schloss Oberhausen: Indie-Pop Band Jeremias geht es nicht um das „Instagame“

Trotzdem: Die Stimmung leidet nicht unter der Personenbeschränkung. Schon nach den ersten Drum Beats steht das Publikum. Hauptsächlich weiblich gelesene Fans sind an dem Abend in Oberhausen, um Songs wie, „nie ankommen“, „mio“ oder „hdl“ zu hören. Der geschätzte eine Quadratmeter vor den Stühlen wird zur persönlichen Tanzfläche der Konzertbesucher:innen. Vereinzelt nehmen Besucher:innen Instagram-Storys auf – die meisten Handys bleiben an dem Abend aber in den Taschen. Der Band gehe es jedenfalls nicht um das „Instagame oder Spotify-Klicks“ sondern „um den Austausch“, meint Lead-Sänger Jeremias Heimbach auf der Bühne.

„Golden hour in meinem Zimmer; orange und rot für immer; alles gut, ich bin bereit; und cool mit mir allein“: Gemeinsam mit dem Publikum singt die Band den Refrain ihres Songs „golden hour“. Nach insgesamt rund einer Stunde verlässt die Band die Bühne. Noch immer scheint die Sonne und wirft letzte Strahlen in den Innenhof – auch die Fans wollen den Abend noch nicht gehen lassen und bedanken sich mit Applaus und Zugabe-Rufen bei der Band. Nach einigen Zugaben und dem energetischen Song „Sommer“ endet der Konzertabend – nicht aber der Konzertsommer mit Indie Radar Ruhr.

Indie Radar Ruhr präsentiert weitere Konzerte im Sommer

Die insgesamt fünfteilige Konzertreihe am Schloss Oberhausen endet heute mit der Indie Super Show der Paderborner Band LOKI und der niederländischen Band Loupe (Karten: 9 Euro). 

Weiter geht es dann mit einer Konzertreihe an der Open Airea in Oberhausen. Die Reihe startet am Donnerstag, 15. Juli mit Sängerin Silly Boy Blue aus Frankreich und der viet-deutschen Musikerin KUOKO. Karten für die Konzerte gibt es für neun bis 20 Euro.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Veranstaltungsgruppe.

Bock auf mehr STROBO? Lest hier: Wie das Frauen* Film Festival mehr Sichtbarkeit schaffen will

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