5 Gründe, warum die Stadt Sprockhövel mein „place to be“ ist

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Kein Kino, keine Clubs, kein Einkaufzentrum. Auf den ersten Blick hat die Kleinstadt Sprockhövel nicht viel zu bieten, trotzdem findet Strobo-Autorin Anabel Schröter, dass die Stadt der „place to be“ ist. Hier kommen ihre fünf Gründe.

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In Sprockhövel zeigt sich der Bergbau deutlich, wie bei der Zeche Alte Haase. Foto: Anabel Schröter

Grund 1: Das Mekka für Industriefans

Das Ruhrgebiet ist bekannt für den Kohlebergbau. In Sprockhövel ist der Bergbau deutlich präsent. So gibt es gibt es die Zeche Alte Haase, die Sprockhövel zur „Wiege des Ruhrbergbaus“ macht. Sie soll der Ausgangspunkt des Ruhrbergbaus im 15. Jahrhundert gewesen sein und zählt zu einer der Zechen mit der längsten Betriebslaufzeiten im Pott. Seit 1969 ist die Zeche stillgelegt. Seitdem wird sie als Wohn- und Bürogebäude vermietet.

Außerdem gibt es den Zechen- und Industriepark am Malakowturm. Dort stehen alte Geräte, die zur Kohleförderung genutzt wurden, nun als Ausstellungsstücke. Überall in der Stadt zu finden sind Erinnerungen, die auf die Kohlevergangenheit der Stadt hindeuten, wie Grubenwagen als Blumengärten oder Infotafeln, die Infos zum Bergbau geben.

Auch von der Glückauf-Trasse, einer alten Bahntrasse, ist es möglich die Überbleibsel der Kohlekultur zu sehen: Alte Stollen, Türme und Tunnel. Hierüber wurde früher die Kohle befördert. Über die Trasse gelange ich mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß nach Essen oder Wuppertal, denn sie gehört zum Radrundweg Von-Ruhr-zu-Ruhr.

Grund 2: Natur zwischen den Großstädten

Sprockhövel liegt mitten im Ballungsgebiet: Bochum, Dortmund, Wuppertal, Essen und noch einige andere Städte sind von Sprockhövel aus schnell zu erreichen. Dennoch ist Sprockhövel alles andere als eine graue Stadt. Denn hier gibt es eine Menge Felder, Wälder, Wiesen und viele Bauernhöfe.

Gerade jetzt zu Zeiten der Pandemie habe ich hier in der Kleinstadt viele Möglichkeiten, um spazieren zu gehen, z.B. auf der Glückauf-Terrasse. Dabei kann ich komplett abschalten, denn umgeben von Bäumen, Wiesen und dem Sprockhöveler Bach ist es ziemlich ruhig – perfekt um einmal den Kopf freizubekommen zwischen all dem Lärm. Außerdem laufen einem immer mal wieder Tiere über den Weg, wie kleine Mäuse oder sogar ein Reh.

Weitere Wanderorte wären auch der Bergerhof oder das Gelände der IG Metall. Und es gibt noch etwas Besonderes: Neben Bauernhöfen hat Sprockhövel im Stadtteil Herzkamp auch eine Alpaka-Farm. Mit sechs Alpakas werden dort geführte Wanderungen angeboten. Auch mit diesen geht es über Felder und durch die Wälder.

Grund 3: Sprockhövel als Underrated Photospot

Die Fachwerkhäuser in Sprockhövel. Foto: Anabel Schröter.

Neben Feldern und Wäldern, die für Fotoshootings genutzt werden können, bietet Sprockhövel auch viele alte Fachwerkhäuser. Bekannt dafür ist das Unterdorf an der Zwiebelturmkirche in Sprockhövel. Wenn ich hier durch die Straße laufe, fühle ich mich etwas in der Zeit zurückversetzt.

Die Straße ist gepflastert und auch enger als eine normale Straße, sie ist eher eine kleine Gasse. Teilweise gibt es verwinkelte Ecken und viele Motive, die sich gut für Bilder eignen. Aus den verschiedensten Winkeln können coole Instagramfotos geschossen werden, die mit den Winkeln der Gemäuer zu echten Hinguckern für jedes Profil werden können. Außerdem haben die Bilder einen Charme, der sowohl altmodisch als auch modern wirken kann.

Grund 4: Kulinarische Experimente und Promistatus

Bei den Restaurants in Sprockhövel spiegelt sich ebenfalls die westfälische Kultur wider. Es gibt hier nicht nur deutsche Restaurants, die klassische deutsche oder westfälischen Speisen anbieten, sondern auch außergewöhnliche Kombinationen. Das Hotel-Restaurant Eggers pimpt zum Beispiel Schnitzel mit Schokoladen-Chilisoße auf. Zudem haben wir auch noch einen Promi hinter einem Restaurant stehen – also quasi. Denn der Sohn des Bruders von Herbert Grönemeyer ist der Betreiber des thailändischen Restaurants Sukhothai.

Grund 5:  Badewannenrennen, Essen auf der alten Bahntrasse und Knuddelalarm

In Sprockhövel gibt es nicht nur Schützen- und Stadtfeste, sondern auch Außergewöhnliches. Jedes Jahr treten bei uns Zweierteams beim Badewannenrennen im Freibad an. Mit lustigen Kostümen können im Schwimmbecken nicht nur die Schnellsten, sondern auch die Kreativsten gewinnen. Außerdem kann einmal im Jahr bei gutem Wetter aus dem Wasser heraus ein Film geschaut werden. Und nicht nur in unserem Freibad, sondern auch auf der Radtrasse ist einiges los. Hier gab es einmal den längsten Kaffeetisch. Die Teilnehmer:innen haben ihre eigenen Tische mitgebracht und aneinandergereiht, um zusammen Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen.  

Für mich hat Sprockhövel auf jeden Fall einiges mehr zu bieten, als es aussieht. Ruhrpott-Kitsch, Badewannen-Rennen oder thailändisches Essen à la Grönemeyer. Dabei ist die Stadt noch immer ein Geheimtipp: Bei den Aktivitäten ist es ruhig und die Zeit kann wirklich zum Entspannen genutzt werden. Das ist der Grund, warum ich Sprockhövel so liebe.

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