Ruhrgebiet-Releases des Monats: September 2022

Und schon ist der September vorbei – auch in diesem Monat haben zahlreiche Artists aus dem Ruhrgebiet Musik gedroppt. Wie immer kuratiert euch STROBO diese in einer monatlichen Rubrik.

Musik aus dem Ruhrgebiet: Alben im September 2022

Electric Callboy (CastropRauxel): Tekkno – 16. September

Electric Callboys sechstes Studio-Album „Tekkno“ sprengt plakativ sämtliche Genregrenzen. Das Release der Metalband ist das erste Album mit Frontmann Nico Sallach und bringt Elemente des Techno, Pop, Metal- und Trancecore bis hin zu Schlager zusammen, dessen Persiflage die Band in „Hurrikan“ auf die Spitze treibt. Trotz der vielen unterschiedlichen Einflüsse ist „Tekkno“ dabei ein rundes, in sich stimmiges Album, das energisch mit dem Song „Pump It“ beginnt, der schon im Dezember 2021 veröffentlicht wurde, und in der wesentlich ruhigeren Ballade „Neon“ sein Ende findet. Dazwischen macht es durch seine Vielfältigkeit vor allem unfassbar viel Spaß. In „Fuckboy“ greift die Band aus Castrop-Rauxel zusammen mit der Post-Hardcore-Band Conquer Divide poppunkigen Y2K-Sound auf, der zurzeit sein großes Revival feiert, ein weiteres Highlight auf dem Release ist auch der Song „Spaceman“ zusammen mit Rapper Finch, der in eine scootereske Trash-Techno-Welt abtauchen lässt.

Musik aus dem Ruhrgebiet: Singles im September 2022

Lobby Boy (Dortmund) – Weil ich kein Hippie bin – 23. September

Lobby Boy aus Dortmund liefern mit „Weil ich kein Hippie bin“ einen entspannten und psychedelischen Track im Retro-Style, der auch in einem alternativen Roadmovie laufen könnte. Die Single bringt Woodstock- und Spätsommeratmosphäre zusammen und spielt mit Hippe-Stereotypen. Das ziehen Lobby Boy so authentisch und konsequent durch, dass sich am Ende die Frage stellt, ob nicht doch ein bisschen Hippie-Dasein in den beiden Musikern steckt.

Yako Ok (Dortmund) – Dicker Check – 29. September

Der Dortmunder Yako Ok droppt zurzeit ein Release nach dem anderen und hat auch im September Musik veröffentlicht: So auch „Dicker Check“ mit dusy, einem arroganten Flex-Track auf sauberem Trap-Beat. Mit seinem Release liefert Yako Ok einen Confidence-Boost plus S1-Bashing, den wohl vor allem Dortmunder:innen verstehen werden.

Katanna & Yako Ok (Dortmund) – Capri Sonne Gin – 23. September

Die Dortmunder Rapperin Katanna hat zusammen mit Yako Ok ihre Single „Capri Sonne Gin“ veröffentlicht, der gerade einmal zwei Minuten lang ist und die Zeit wie im Flug vergehen lässt. „Capri Sonne Gin“ ist eine Abrechnung mit der Vergangenheit, eine Hymne an das Anders-Sein und dass sich Authentizität auszahlt. Dabei gibt der Song eine ordentliche Portion Energie, während der getriebene Beat einen fast tranceartig aus dem Song herauszoomt. Zum Interview mit Katanna kommt ihr hier.

Luko (Mülheim an der Ruhr) – Entenhausen – 23. September

Mit „Entenhausen“ hat der Rapper Luko aus Mülheim an der Ruhr einen Track über Ruhrpott-Patriotismus gedroppt, ohne sich dabei unangenehmer Zechen-Romantik zu bedienen. Stattdessen ist „Entenhausen“ ein entspannter Track, der musikalisch das Ende des Sommers einläutet und beim Chillen mit Freunden genauso gut gehört werden kann wie an frühen Partyabenden. Was der Rapper zu der Szene in Mülheim sagt, erfahrt ihr bald bei STROBO.

Beau & Babatell (Dortmund) – Medicated – 30. September

Auf der ruhigen Single „Medicated“ zeigen Beau und Babatell wie gut sie harmonieren: Getragen von einem ruhigen und tranceartigen Beat (von Babatell produced), flowen beide emotional und eindringlich über das Gefühl von Liebe overdosed zu sein. Hoffentlich kommen von beiden noch einige Kollabos – „Medicated“ macht große Lust auf mehr.

Finn & Jonas (Dortmund) – Anders – 30. September

Das jüngste Release des Deutschpop-Duos Finn & Jonas aus Dortmund heißt „Anders“ und thematisiert genau das Gefühl, einfach machen zu wollen, was man selbst will, ohne auf die Meinungen der anderen zu hören. Die Zwillinge liefern damit mal ein- und mal zweistimmig einen Gute-Laune-Track à la Joris, der die Message hat, radikal zu sich selbst zu stehen und bei dem man vor allem durch den Bruch nach dem Refrain Lust bekommt, zu tanzen.

Kira Hummen (Bochum/Düsseldorf) – Blood – 30. September

Die Bochumer Sängerin Kira Hummen verbindet in „Blood“ Pop- mit Soul-Elementen und hellen Retro-Vibes, die einen in eine andere Welt eintauchen lassen. Hier singt Kira Hummen entspannt von den Auf und Abs zwischenmenschlicher Beziehungen, vom Verlieren der Liebe, ohne dabei ihre Lässigkeit zu verlieren oder sentimental zu werden.

Bock auf mehr STROBO? Lest hier Ruhrgebiet-Releases des Monats: August 2022

Ihr seid Musiker:innen oder Bands und habt auch Releases veröffentlicht? Schickt uns eine Mail an kontakt@strobo.ruhr.

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