Nachtclubs und Feminismus: 5 Ausstellungen im Ruhrgebiet, auf die wir uns 2021 freuen

Die Clubs sind zu, viele Festivals abgesagt, und Konzerte in nächster Zeit eher unwahrscheinlich. Zwischen moderner Objekt-Kunst und Renaissance-Gemälden kann man sich in Museen aber wieder Inspiration holen. Wir stellen euch fünf Ausstellungen vor, auf die wir uns 2021 freuen.

1. Kunst in Industrie-Atmosphäre: Die Ruhrtriennale

Die Jahrhunderthalle in Bochum ist der Dreh- und Angelpunkt der Ruhrtriennale.
Foto: Jörg Brüggemann / Ostkreuz / Ruhrtriennale.

Statt mit einer Ausstellung im klassischen Sinne starten wir diese Liste mit einem Kunstfestival 2021 im Ruhrgebiet: der Ruhrtriennale. Das internationale Festival gibt es seit 2002. Spielorte sind zahlreiche Städte im Ruhrgebiet und ihre Industriedenkmäler wie Kokereien und Halden. Besucher:innen können Kunst also in einer ganz besonderen Atmosphäre sehen – und die Ruhrtriennale bietet uns die Möglichkeit, mal wieder etwas draußen zu erleben.  

Dabei spezialisiert sich die Ruhrtriennale nicht nur auf eine Form der Kunst, sondern zeigt ein Spektrum von Theater über Performance bis hin zu bildender Kunst.  Nachdem das Festival 2020 wegen Corona abgesagt wurde, soll es in diesem Jahr vom 14. August bis zum 25. September stattfinden. Intendantin der diesjährigen Ausgabe ist die Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey. Das genaue Programm wird am 26. Mai veröffentlicht. Ab dann soll es auch die Tickets für die verschiedenen Veranstaltungen zu kaufen geben.

Weitere Informationen unter: https://www.ruhrtriennale.de/de/

2. Feminismus und griechische Mythologie: Selma Köran – Exit Athena

Surreal, schrill und laut: Das ist die Kunst von Selma Köran. Die Künstlerin zeigt im Museum Folkwang in Essen ihre erste institutionelle Ausstellung. Dabei arbeitet sie die „Theogonie“ vom griechischen Dichter Hesiod multimedial auf und spielt mit Macht und Geschlechterverhältnissen. Sie denkt den Text aus der griechischen Mythologie feministisch um und führt ihn weiter. So macht sie Athene zu ihrer Heldin und zeigt sie im Wettkampf gegen ihren Vater Zeus.

Das Museum Folkwang in Essen zeigt mit Exit Athena die erste institutionelle Ausstellung von Köran. Sie läuft schon seit dem 11. März, zu sehen sein wird sie noch bis zum 25. April.

Weitere Informationen unter: http://www.museum-folkwang.de

3. New Yorker Nachtclub in Dortmund: Studio 54 – Night Magic

Das Dortmunder U holt New York ins Ruhrgebiet. Foto: Hannes Woidich.

Der New Yorker Nachtclub Studio 54 hat einen weltweiten Legenden-Status erreicht. Der Club war für das Vermischen verschiedener sozialer Klassen, politischer und sexueller Ausrichtungen in den 70er und 80er Jahren bekannt. Außerdem stand er für das künstlerische Aufstreben New Yorks zu der damaligen Zeit.

Stammgäste im Studio 54 waren unter anderem Grace Jones, Andy Warhol und Elton John. Einen Einblick in den Club bietet das Dortmunder U mit der multimedialen Ausstellung Studio 54: Night Magic. Die Ausstellung musste im vergangenen Jahr schon einmal verschoben werden, nun ist sie vom 27. Juni bis zum 17. Oktober 2021 geplant. Gezeigt werden Fotografien, Mode, Musik und Film. Vor dem Dortmunder U wurde die Ausstellung bereits in New York und Toronto gezeigt.

Mehr Informationen unter: https://www.dortmunder-u.de/programm/2021-06/all.

4. Für Comic-Fans: Unveröffentlicht. Die Comicszene packt aus in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

In der Oberhausener Ludiwiggalerie wird ab Oktober 2021 unveröffentlichtes Material von Comiczeichner:innen gezeigt. Foto: Thomas Wolf.

Ungesehene Comic-Projekte zeigt die Ausstellung Unveröffentlicht. Die Comicszene packt aus in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Die Ausstellung läuft ab dem 3. Oktober 2021 bis zum 16. Januar des kommenden Jahres. Sie fokussiert sich nicht nur auf prominente Zeichner:innen wie Flix oder Wilhelm Busch, sondern will auch Arbeiten von Newcomer:innen aus dem deutschsprachigen Bereich zeigen. Außerdem werden verschiedene Comicgenres und Zeichenstile vorgestellt.

Weitere Informationen unter: https://www.ludwiggalerie.de/de/ausstellungen/vorschau/.

5. Kunst im offenen Raum: Ruhr Ding – Klima

Das Filmprojekt „Word Count“ von Kasia Fudakowski wird bei der Ausstellung Ruhr Ding: Klima in den Waschkauen der stillgelegten Zeche General Blumenthal gezeigt. Ihre neue Episode spielt an Ruhrgebietsplätzen. Foto: Kasia Fudakowski.

Die Outdoor-Ausstellung Ruhr Ding: Klima von der Kulturinstitution Urbane Künste Ruhr widmet sich dem Klima-Begriff auf ökologischer wie auch sozialer Ebene. Gezeigt werden insgesamt 22 Arbeiten in vier Städten aus dem nördlichen Ruhrgebiet: Herne, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Haltern am See. Darunter sind Kunst an und in Badeseen, aber auch Skulpturen, Sound- und Videoinstallationen. Nachdem die Ausstellung im vergangenen Jahr pandemiebedingt abgesagt werden musste, ist sie 2021 vom 8. Mai bis zum 27. Juni 2021 geplant. Neben der reinen Ausstellung wird Urbane Künste Ruhr auch stadtspezifische Touren anbieten.

Weitere Informationen gibt es bald unter: https://www.urbanekuensteruhr.de.

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