Wieso Außengastro nice ist, ihr aber mal wieder ins Museum gehen müsst

Der Sommer ist da und die Menschen im Ruhrgebiet rennen raus. Nur zu den falschen Orten findet STROBO-Redakteurin Anastasia. Im STROBO:Insights erzählt sie, warum Museen die besseren Biergärten sind und was die EM damit zu tun hat.

Es fühlt sich an als ob der Sommer im Ruhrgebiet angekommen ist. Was haben wir uns alle gefreut, als die Kneipen und Restaurants wieder aufmachen durften. All das hart ersparte Geld, das wir im Corona-Winter angehäuft haben, geben wir jetzt für überteuerte Getränke und Essen auf der Terrasse oder im Cafe nebenan aus. Wir trainieren wieder im Fitnessstudio, ärgern uns über Menschenansammlungen in Parks und an Seen, vielleicht (wenn’s sehr gut läuft) besuchen wir auch mal ein kleines Konzert, bei dem man im Sitzen durch leichtes Hüftwackeln versucht, der Band vorn zu zeigen, dass man eigentlich gern im Stehen tanzen mag, es aber nicht darf – Pandemie-bedingt natürlich. 

In dieser Zeit vergessen viele, dass Kultur nicht nur Konzerte und Festivals bedeutet. Fast heimlich haben auch die Museen im Ruhrgebiet ihre Türen wieder geöffnet. Viele Ausstellungen blieben im langen Lockdown auf der Strecke. Ohne ein:e Besucher:in gesehen zu haben, wurden mühevoll kuratierte Ausstellungen wieder abgebaut. Natürlich macht auch hier die Pandemie an vielen Stellen kreativ. Das Lichtkunstmuseum in Unna beispielsweise hat die Ausstellung der Künstler:innen der Hochschule der Bildenden Künste Saar einfach digitalisiert. Natürlich kann das trotzdem das echte analoge Erlebnis nicht toppen, das wissen wir alle spätestens seitdem es Livestream-Konzerte gibt.

Also wo sind die Menschenmassen, die sich im Ruhrgebiet vor den Eingängen der Ausstellungen versammeln? Falls eure Antwort darauf lautet: “Es ist langweilig”, dann kommen hier: 

5 Gründe, warum ihr ins Museum müsst

Ist zwar kein Ölgemälde, aber funktioniert trotzdem.
  1. Sind wir mal ehrlich: Wir alle haben in der Pandemie nichts erlebt. Weil es sonst nichts spannendes zu erzählen gibt, könnt ihr beim Kneipenabend doch lieber mit elegantem Halbwissen (oder ausgebauten Fachwissen) aus der letzten Museumstour punkten. Persönlicher Tipp: Die geballten Infos über die B1 (wer redet in Deutschland nicht gern über Autos) gibt es im Essener Ruhr Museum.
  2. Nicht nur die Gehirnzellen können nach dem Biermarathon der letzten Wochen wieder eine Auffrischung vertragen. Auch der Insta-Feed muss mal wieder überarbeitet werden. Zwischen Bildern von Biergärten und Fitnessstudios – ja, wir alle haben mitbekommen, dass du wieder pumpen darfst – fehlt es an Abwechslung. Also ab ins Museum. Die fancy Ölgemälde warten nur darauf, dass sie zusammen mit dir fotografiert werden.
  3. Auch für Leute ohne abgeschlossenes Kunststudium gibt es interessante Ausstellungen im Ruhrgebiet. Ins Museum gehen bedeutet nicht immer nur, Gemälde und Skulpturen anzustarren und vom Aufsichtspersonal angemeckert zu werden, weil man zu nah vor einem Bild steht (das ist mir natürlich noch nie passiert). Egal ob Planetarium, Lichtkunstmuseum oder Clubausstellung im Dortmunder U. Jede:r wird safe eine interessante Ausstellungen finden. 
  1. Im Gegensatz zum frisch Gezapften in der Kneipe, sind die meisten Museen kostenlos oder zumindest sehr günstig. Die museumseigene Klimaanlage im Sommer gibt’s auch umsonst drauf. Besonders bei den höllischen 30 Grad draußen kann ich mir gerade nichts besseres vorstellen. Also gönnt euch eine Abkühlung und genießt ein wenig Kultur.
  2. Vollständigkeitshalber sei hier erwähnt, dass die EM gerade begonnen hat. In Dortmund gibt es ein Fußballmuseum. Mehr kann (oder will) ich dazu nicht sagen.

Bock auf mehr Strobo? Lest hier: Wie #Ruhrpott zwischen Fußfetischseiten und Förderturmen die Seele des Ruhrgebiets zeigt

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